“ICH, Johannes euer Bruder…” — worum geht es in der Apokalypse an Johannes?

Vortrag von Hans-Bernd Neumann
Wenn das Wort „Apokalypse“ im Raum steht, verbinden Zeitgenossen in der Regel damit Weltuntergang, Zerstörung und Katastrophe.
Dabei ist die Apokalypse an Johannes ein Buch darüber, was geschieht, wenn das „Ich“ des Menschen sich in der Seele zeigt. Überall, wo „Ich“ erscheint, geschieht demnach Apokalypse. Das letzte Buch im Neuen Testament ist gewissermaßen eine Wegbeschreibung für die Erscheinung des Ich. Wann erscheint das „Ich“ in der Seele?
In der Entwicklung des Menschen und der Menschheit dann, wenn das Ich anfängt schöpferisch tätig zu werden. In der Nomenklatur Rudolf Steiners: Wenn der Mensch anfängt die „Bewußtseinsseele“ zu ergreifen. Die „Bewußtseinsseele“ ist eine Wortschöpfung Steiners, die auch die Apokalypse des Johannes kennt. Dort heißt es: „Wer Weisheit besitzt undVerstand, der berechnet…“. Zwischen der Weisheit als Ausdruck des Geistselbst und der Verstandesseele liegt das Organ, welches Rudolf Steiner als „Bewußtseinsseele“ bezeichnet.
Wird die „Bewusstseinsseele“ ergriffen, geschieht auf der Imaginationsebene die Entsiegelung auf der Ebene der Inspiration erklingen die Posaunen und Wesenhaft wirken die Zornesschalen. Apokalypse ist also etwas, was stets fast gesetzmäßig im Inneren des Menschen passiert, wenn ICH BIN tätig wird.
Eintritt: 15 € | Raum: Südsaal
Veranstalter: Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland e.V., Zweig Kassel